Howto: Making of "Upstairs is Hell" - Mathias Csader Photography

Howto: Making of "Upstairs is Hell"

Nachdem ich immer mal wieder gefragt werde wie ich den Look meiner Urbex Fotos hinbekomme, habe ich mich Gestern dazu entschlossen die Entstehungsgeschichte eines meiner Fotos zu protokollieren. Gerade bei diesem Foto ist in Photoshop sehr viel passiert…

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Howto: Making of "Upstairs is Hell"

Nachdem ich immer mal wieder gefragt werde wie ich den Look meiner Urbex Fotos hinbekomme, habe ich mich Gestern dazu entschlossen die Entstehungsgeschichte eines meiner Fotos zu protokollieren. Gerade bei diesem Foto ist in Photoshop sehr viel passiert, so dass es sich geradezu aufgedrängt hat diesen Entwicklungsprozess zu dokumentieren.

Howto: Making of "Upstairs is Hell"


Das Ausgangsmaterial

Starten wir also einfach mit dem Foto das ich in Photomatix zu einem HDR zusammengesetzt habe.

Oftmals muss man aus den einzelnen Aufnahmen noch Bildteile wieder zurück in das Foto maskieren. Das war hier nicht der Fall. Aber gerade bei Lichtern oder Chrom kommt es sehr oft vor das die Lichtquelle durch das zusammensetzen in Photomatix einen Grauschleier bekommt, den man dann bereinigen kann, indem die Teile des Fotos die an dieser Stelle richtig Belichtet sind wieder in das HDR durch maskieren in Photoshop wieder zurückgeholt werden.

 

Schritt 1 - Topaz Adjust

Mein erster Arbeitsschritt besteht meistens darin das Foto in den Filter Topaz Adjust zu laden und ein wenig mit den Filtern zu experimentieren. Bei den Adjust Vorlagen gehe ich eher spielerisch an die Sache und probiere einfach aus, welcher Look zu dem Foto passt. Aber es gibt natürlich auch Favoriten, wie z.B. aus der HDR Collection den Filter Dynamic Pop II. Diesen habe ich auch hier angewandt und ein paar kritische Stellen, die mir zu dunkel waren mit dem selektiven Bearbeitungspinsel den Effekt auf einigen Bildteilen abgeschwächt. So sieht das Foto aus, wenn es aus Topaz Adjust herauskommt:

 

Schritt 2 - Fade to BW und Firenza

Weiter geht es mit den Filtern von onOne aus dem Packet Perfect Effects. Als erstes muss einmal die Helligkeit aus dem Foto entfernt werden, da ich ein eher düsteres Foto im Kopf habe. Das habe ich in einem ersten Schritt gemacht, indem ich das Foto in Schwarz/Weiß umgewandelt (mit dem Filter Fade to BW) und dann mit den Blendmodi der Ebene gespielt habe. Um die Lichter nicht zu dunkel werden zu lassen wurde der Schieberegler "Protect Highlights" ganz nach rechts auf seinen Maximalwert gezogen. Im gleichen Arbeitsschritt - als neue Ebene in Perfect Effects - ist der Filter Firenza für den Treppenaufgang angewendet worden. Diesen habe ich mit dem Pinselwerkzeug eingemalt.

Somit ist das Bild schon etwas dunkler geworden. Der Rest der Dunkelheit wird es durch die weiteren Filter bekommen. Gerade am Anfang muss man sich immer etwas zurücknehmen, da die anderen Bearbeitungsschritte das Bild sonst zu einem schwarzen Etwas verkommen lassen - also Vorsicht!

 

Schritt 3 - Urban Sickness

Weiter geht es wieder in Perfect Effects mit dem Filter Urban Sickness. Angewandt bei 50 % und zurück in Photoshop den Treppenaufgang ausmaskiert, da sonst unser schöner rötlicher Effekt wieder weg wäre.

 

Schritt 4 - Tijuana

Als nächstes möchte ich den Lichteinfall auf der gegenüberliegenden Seite des Fensters ganz leicht verstärken. Dazu nehme ich Tijuana und wende diesen Filter bei 36 % an. Wieder zurück in Photoshop habe ich eine neue Ebenenmaske angelegt um nur das Licht an der Wand aus diesem Filter in das Foto zu holen (TIPP: beim Anlegen der Ebenenmaske die Wahltaste (oder auf dem PC Alt-Taste) drücken und die Ebenenmaske ist mit Schwarz gefüllt - d.h. alles ist ausgeblendet).

 

Schritt 5 - Cyberpunk

Jetzt hätte ich als Kontrast zu dem warmen Treppenaufgang gerne noch eine kühlere Farbe auf dem Boden und den Treppen im Vordergrund. Dazu wähle ich den Filter Cyberpunk mit einer Deckkraft von 47 %. In Photoshop erfolgt der gleiche Arbeitsgang wie schon im Schritt vorher. Also neue Ebenenmaske mit Schwarz gefüllt und mit einem weißen Pinsel die Teile des Bildes, die diesen Effekt bekommen sollen eingemalt.

Man kann hier gut erkennen, dass die einzelnen Arbeitsschritte immer nur recht geringe Änderungen am gesamten Foto erwirken - aber in der Gesamtheit muss es passen. 

 

Schritt 6 - Return of the King

Jetzt fehlt mir immer noch ein wenig die Dunkelheit im Foto. Das kann man sehr gut mit dem Filter Return of the King ausgleichen, der gleichzeitig auch den Nebeneffekt hat die Farben ein wenig zu verstärken. Man muss nur bei den Lichtern aufpassen. Deswegen habe ich hier wieder den Regler für "Protect Highlights" ganz nach rechts auf 64 % gezogen. Der Effekt selbst wird mit 60 % im Ebenenmodus Multiply angewandt.

Jetzt sind mir die Ecken aber teilweise etwas zu dunkel geraten. Deswegen erstelle ich eine Ebenenmaske und nehmen einen großen weichen Pinsel mit einer geringen Deckkraft (15 %) und male nach und nach mit Schwarz die zu dunklen Bereiche wieder ein. Ich nehme eine so geringe Deckkraft des Pinsels, weil ich lieber einmal mehr darüber gehe aber dafür den Effekt ganz gezielt und kontrolliert einsetzen kann.  

 

Schritt 7 - Rich Glow

Was mir immer noch fehlt ist ein wenig mehr Wärme im Treppenaufgang. Es soll ein wenig mehr glühen und Hitze ausstrahlen. Für diese Effekte hat onOne Perfect Effects einen eigenen Reiter (Glow). Wird der Mauszeiger ein bisschen länger über einen Filter gehalten bekommt man eine größere Vorschau, was sehr gut ist um beurteilen zu können ob dieser Filter den Effekt hat den man sich wünscht. Ich habe mich für Rich Glow entschieden, da er meinen Treppenaufgang schön warm erscheinen lässt und ihm noch mal eine etwas geheimnisvolle Dunkelheit gibt.

Und wieder eine Ebenenmaske, die mit Schwarz gefüllt ist, erstellen und nur den Treppenaufgang mit Weiß herausmaskieren. Ansonsten wird mir der Rest des Fotos zu schwammig und dunkel.

 

Schritt 8 - Es wird blutig

Die letzten Arbeitsschritte sind jetzt noch das Blut auf den Boden und den Help Me Schriftzug auf die Wand zu bekommen. Dazu habe ich eigene Pinsel in Photoshop (wenn ihr ein wenig im Internet sucht, gibt es einige gute downloads) und mit den Ebeneneffekten kann man ihnen Plastizität einhauchen. Vor allem mit "Abgeflachte Kante und Relief" in Verbindung mit "Glanz" solltet ihr herumexperimentieren. Der nächste Schritt zu einem realistischeren Aussehen ist es den passenden Ebenenmodus zu finden. Auch hier gilt ausprobieren. Ich habe mich für Ineinanderkopieren entschieden und dann die Deckkraft der Ebene auf 90 % reduziert. Es sind insgesamt fünf Ebenen mit Blut geworden, da die Pinsel natürlich keine Perspektiven haben. Dazu muss im Photoshop Menü Bearbeiten -> Transformieren die Funktion gewählt werden, die benötigt wird. Also Verzerren, Perspektivisch, Verkrümmen etc. Für den kleinen Bluttropfen auf der oberen Treppenstufe habe ich die Ebene drei mal kopiert, da sie sonst gar nicht zu sehen gewesen wäre. Durch die Überlagerung der Ebenen verstärkt sich die Intensität.

 

Schritt 9 - Help Me Schriftzug

Für den Help Me Schriftzug, der im Treppenaufgang ganz leicht angedeutet wird habe ich einen anderen Ebeneneffekt gewählt, da sich an Wänden meist keine Pfützen bilden, sondern das Blut flacher aussieht. Außerdem wird durch das Rot eine gewisse Wärme angedeutet. Das heißt, dass das Blut auch schneller trocknet und danach aussehen soll. Ich habe also "Abgeflachte Kante und Relief" sowie "Glanz" abgeschaltet und um trotzdem ein wenig tiefe in den Schriftzug zu bekommen mit "Schein nach außen" gearbeitet. Ein wenig wollte ich auch das H von Help Me hinter der Treppe verstecken. Deswegen auch hier die Maske.

Jetzt ist allerdings der Schriftzug noch zu poppig. So sieht kein getrocknetes Blut aus. Um das zu korrigieren habe ich eine Korrektur vom Typ "Farbton/Sättigung" hinzugefügt und damit sich dieser Effekt nicht bis auf die unterste Ebene vererbt (was er normalerweise tut) habe ich ihn mit der Ebene Help Me verbunden. Hält man die Maus genau auf die Linie zwischen der Bildebene und der Korrekturebene wechselt das Symbol zu zwei Kreisen, die sich überschneiden (Schwarz/Weiß). Erscheint dieses Symbol muss nur noch kurz geklickt werden und die obere Ebene rückt ein wenig ein. Das bedeutet, dass sie nun nur auf die darunterliegende angewandt wird.

 

Schritt 10 - Finishing mit Soft Edges und Edges to Black

So, das sieht für meinen Geschmack schon ganz gut aus. Allerdings möchte ich den Blick des Betrachters noch mehr auf die Bildmitte lenken und die Details am Bildrand mehr ausblenden. Also noch mal in Perfect Effects zurück und die beiden Vignetten Effekte Soft Edges (74 % Deckkraft) und Edges to Black (Feather 65 % + Roundness -94 %) anwenden.

Ich hoffe, dass ich bei dem ein oder anderen ein wenig Licht ins Dunkel bringen konnte und auch zum ausprobieren und experimentieren anregen.

 

  

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