Howto: Urbex Foto in Photoshop stilisieren - Mathias Csader Photography

Howto: Urbex Foto in Photoshop stilisieren

Diese Urbexaufnahme hat eine kleine Geschichte. Ein Freund von mir ist im Sommer immer…

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Howto: Urbex Foto in Photoshop stilisieren

Diese Urbexaufnahme hat eine kleine Geschichte. Ein Freund von mir ist im Sommer immer zu einem kleinen Waldsee gefahren, an dem man Wakeboarden kann. Auf dem Weg ist er an einer alten Fabrik vorbeigekommen die verlassen ausgesehen hat. Und da er von meiner Vorliebe für solche alten und vergessenen Plätze weiß hat er mir davon erzählt. Es hat dann eine ganze Weile gedauert aber vor ca. 2-3 Wochen war ich wiederum mit einem anderen Freund, der auch gerne Fotografiert, dort um zu schauen ob man in das Gebäude hineinkommt, wie der zustand ist und ob man dort fotografieren kann.
Es war leichter als gedacht. Das Tor an der Front war offen und beim herumlaufen um das Gebäude stand auch ein riesiges Rolltor offen. Es sah verlassen aus und außer ein paar Gasflaschen war das ganze Gebäude leergeräumt und so sind wir reingegangen. Nach ein paar Fotos hörten wir dann eine Stimme, die laut Hallo gerufen hat. Wir haben uns dann gemeldet und auf einmal stand die Polizei vor uns und hat gefragt, was wir dort tun würden. Ich war gerade dabei das obige Foto aufzunehmen und meine letzte Aufnahme der HDR-Serie lief gerade. Sie waren ziemlich verwundert und haben und aufgefordert mit ihnen zum Ausgang zu kommen, wo sie uns dann durchsucht haben. Im ersten Moment waren sie nicht ganz so freundlich (sie wussten ja auch nicht, mit wem sie es zu tun hatten) aber nachdem sie festgestellt hatten, dass wir wirklich nur zum fotografieren dort sind haben sie uns gebeten, das Gebäude zu verlassen und beim nächsten mal vorher beim Hausmeister zu fragen (jetzt wissen wir auch wo er wohnt ;-)). Nachdem wir uns allen gegenseitig ein schönes Wochenende gewünscht hatten sind wir dann weiter gefahren um zu schauen, ob wir vielleicht irgendwo noch ein geeignetes Fotoobjekt finden. Aber an diesem Tag sollte es nicht so sein.

Alles in allem schade, dass die Polizei so schnell war, aber mit einem guten Ausgang.

So jetzt zum eigentlichen Thema. Ich wollte heute kurz zeigen, wie man auch ohne Photoshop Plugins (und ich nutze sie ja von onOne, Nik und Topaz, wie ihr wisst) relativ einfach einen Urbex Bildlook erstellen kann.
Nachdem ich die Serie in Photomatix zu einem HDR-Foto zusammengefügt habe sieht es so aus:

Sieht relativ flach aus. Aber ich habe mir angewöhnt in Photomatix sehr sparsam mit Effekten umzugehen und versuche ein neutrales HDR zu erstellen um mir beim Postprocessing möglichst viele Optionen offen zu halten.

Luminanz Masken erstellen und anpassen

Wer noch nie etwas von Luminanz Masken in Photoshop gehört hat, sollte sich unbedingt mal auf der Website von Tony Kuyper (http://www.goodlight.us/writing/luminositymasks/luminositymasks-1.html) umschauen. Nachdem ich die Art und Weise wie sie funktionieren kennengelernt habe, nutze ich sie bei nahezu jedem Foto, das ich entwickle. Nicht immer benötigt man bei einem Foto die volle Bandbreite der angebotenen Helligkeitstöne. In diesen Fall habe ich nur drei Masken in Verbindung mit Gradiationskurven eingesetzt (Bright Lights, Shadow Darks, Expanded Mid-tones).

Auch nach diesem Schritt ist nur eine kleine Verbesserung zu sehen. Da ich wusste, was ich noch alles machen möchte, bin ich auch hier vorsichtig zu Werke gegangen. Aber das Foto bekommt schon deutlich mehr tiefe.

Stilisieren des Fotos

Jetzt kommen die Schritte, die auf jeden Fall sehr viel deutlicher zu sehen sind. Als erstes kopiere ich mir die bisherigen Schritte zusammengefasst auf eine neue Ebene (Mac: cmd + alt + shift +e, PC: strg + alt+ shift + e). Die Ebene wandle ich mir immer ganz gerne in ein Smart Objekt um, damit ich später noch die Möglichkeit habe noch mal in den Filter zugehen und ihn zu verändern. Auf diese Ebene wende ich den Gaußschen Weichzeichner an. In diesem Fall stand der Wert im Filter auf 15 Pixel und danach setze ich die Ebene in den Modus Weiches Licht. Nach diesem Schritt ziehe ich die Deckkraft der Ebene auf 0% und beginne den Regler solange nach rechts zu ziehen, bis ich ein Ergebnis habe, das mir gefällt (Hier 49%).

Nun werden wieder alle Ebenen zusammengefügt auf einer neuen, um wieder Schärfe und Textur in das Foto zu bekommen. Auch diese Ebene konvertiere ich in ein Smart Objekt und wende den Hochpass-Filter darauf an. Beim Hochpass-Filter muss man sehr vorsichtig sein, da man sonst unschöne Halos um Kanten bekommt. Gerade an Hell/Dunkel Übergängen passiert dies recht schnell. Also Vorsicht!

Den Hochpass habe ich hier mit 8,7 Pixeln angewandt, danach den Ebenenmodi auf Ineinanderkopieren gestellt und mir meine Ansicht auf 100% vergrößert um besser entscheiden zu können ab wann Bildstörungen auftreten. Bei diesem Foto habe ich die Deckkraft der Ebene auf 81% eingestellt. Jetzt haben wir ein schönes Glühen der Farben durch den Gaußschen Weichzeichner und auch erhöhte Kontraste sowie ein scharfes Foto, dass die Texturen hervorhebt. Trotzdem schien es mir nicht die Stimmung und den Kontrast zu haben, den ich vor Ort vorgefunden hatte. Das kann sehr einfach mit einer Schwarzweiß Einstellungsebene behoben werden. Da es mir hier nicht darum geht ein schönes Schwarzweiß Foto zu erstellen habe ich einfach auf Auto geklickt, die Ebene auf den Modus Weiches Licht gesetzt und wie schon oben beschrieben die Deckkraft auf 0% reduziert um sie dann langsam nach rechts zu ziehen, bis es mir gefällt. Ich bin hier bei 57% gelandet.

Das entspricht schon eher dem was meine Augen vor Ort gesehen haben und wie ich es mir vorgestellt hatte. Dann kann es nun mit den abschließenden Arbeiten weiter gehen.

Finishing touches

Als erstes hat mir der Blendenfleck an der Wand in der Bildmitte gar nicht gefallen. Normalerweise bereinigt man solche Bildfehler am besten gleich aber manchmal kommen sie auch erst so richtig nach ein paar Arbeitschritten zur Geltung und dann mache ich es halt später. Dazu habe ich eine neue leere Ebene angelegt und mit dem Lasso-Werkzeug eine Auswahl um den Bereich gezogen. Jetzt kommt das schöne Werkzeug Fläche Füllen zum Einsatz und bei dem Punkt Inhalt wähle ich Inhaltsbasiert aus. OK und ich bin fertig. Die Blendenflecke sind Geschichte. Dafür liebe ich Photoshop! Die nächste Ebene ist eine Dodge and Burn Ebene. Ich denke, dass muss ich hier nicht beschreiben. Dazu gibt es wirklich einen Haufen guter Tutorials im Internet. Die Farben sind für meine Augen noch nicht OK und aus diesem Fall möchte ich sie mit einer Farbballance Einstellungsebene korrigieren. Ich habe die Farben bei diesem Foto etwas ins wärmere korrigiert. So sieht es zumindest für meine Augen sehr viel gefälliger aus. Zum Schluss eine letzte leere Ebene um eine Vignette zu erstellen. Das geht recht einfach mit dem Verlaufswerkzeug. Stellt die Farben auf den Default ein (Schwarz/Weiß - ganz einfach die Taste D drücken) und im Verlaufswerkzeug den Verlauf von Schwarz zu Transparent auswählen.

Nun kann mit dem Werkzeug auf allen Seiten ein Verlauf von Schwarz zu Transparent eingemalt werden. Kleiner Tipp hier: Wird die Shift-Taste dabei gehalten wird der Verlauf exakt Horizontal oder Vertikal. Nachdem der Verlauf fertig ist beginnt wieder das alte Spiel. Ebenendeckkraft auf 0% und nach rechts zeihen bis es gefällt. Das waren alle meine Schritte um zu dem obigen Foto zu kommen und zwar ganz ohne Plugins. Es ist auch gar nicht besonders schwer oder Zeitaufwändig. Ich hoffe ich konnte Euch damit ein wenig helfen, die Zeit vertreiben oder zu neuen Ideen verhelfen.

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